Basis-Reanimationsmaßnahmen - Erwachsene (Langversion) [5]


Überprüfung der Ansprechbarkeit
  • Fassen Sie den Patienten an und sprechen Sie ihn an.

Wenn der Patient nicht reagiert
  • Rufen Sie Hilfe
  • Drehen Sie den Patienten auf den Rücken
  • Öffnen Sie die Atemwege, indem Sie den Kopf überstrecken und das Kinn anheben.
  • Legen Sie Ihre Hand auf die Stirn des Patienten und kippen den Kopf leicht zurück.
  • Platzieren Sie Ihre Finger unter dem Kinn des Patienten und heben Sie das Kinn zum Öffnen der Atemwege an.

Halten Sie die Atemwege offen und überprüfen Sie die Atmung
  • Machen Sie die Atemwege frei und kontrollieren Sie die Atmung durch Sehen, Hören und Fühlen.
  • Entscheiden Sie, ob die Atmung normal, unnormal oder nicht vorhanden ist.
  • Achtung! In den ersten Minuten nach Kreislaufstillstand kann es unter Umständen zu einer flachen oder seltenen, langsamen, aber tiefen Atmung (Schnappatmung) kommen, die einen Kreislaufstillstand verschleiert! Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob es sich bei der vorhandenen Atmung um eine normale Atmung handelt, handeln Sie im Zweifel, als wäre sie unnormal oder nicht vorhanden!

Unnormale oder fehlende Atmung
  • Schicken Sie jemanden, um Hilfe zu holen; oder, falls Sie allein sind, nehmen Sie Ihr Mobiltelefon und alarmieren Sie den Rettungsdienst. Verlassen Sie den Patienten nur, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Beginnen Sie umgehend mit der Herzdruckmassage.

Führen Sie die Herzdruckmassage wie folgt durch:
  • Knien Sie seitlich am Patienten.
  • Legen Sie den Ballen einer Hand auf die Mitte der Brust des Patienten (entspricht der unteren Hälfte des Brustbeins).
  • Legen Sie den Ballen der anderen Hand dar
  • Vergewissern Sie sich, daß der Druck nicht auf die Rippen des Patienten ausgeübt wird. Halten Sie die Arme gerade. Üben Sie keinerlei Druck auf den Oberbauch oder das untere Ende des Brustbeins aus.
  • Bringen Sie sich senkrecht über den Brustkorb des Patienten und das drücken Sie das Brustbein 5-6 cm nach unten.
  • Entlasten Sie nach jeder Kompression vollständig den Brustkorb, ohne den Kontakt zwischen Ihren Händen und dem Brustbein zu verlieren.
  • Wiederholen Sie dies mit einer Frequenz von mindestens 100 (jedoch nicht mehr als 120) pro Minute.
  • Druck und Entlastung sollten gleich lang andauern.

Kombinieren Sie die Herzdruckmassage mit Beatmungen:
  • Machen Sie nach 30 Kompressionen die Atemwege durch Überstrecken des Halses und Anheben des Kinns wieder frei.
  • Verschließen Sie mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand die Nase durch Zusammendrücken der weichen Nasenflügel.
  • Lassen Sie zu, daß der Mund sich öffnet, aber heben Sie das Kinn an.
  • Atmen Sie normal ein und legen Sie Ihre Lippen um den Mund des Patienten, achten Sie dabei auf eine gute Abdichtung.
  • Blasen Sie gleichmäßig in den Mund, während Sie beobachten, daß sich der Brustkorb wie bei der normalen Atmung in rund einer Sekunde hebt: Dies ist eine effektive Beatmung.
  • Nehmen Sie den Mund von dem des Patienten, während Sie den Hals überstreckt und das Kinn angehoben halten, und beobachten Sie, wie sich der Brustkorb bei Entweichen der Luft senkt.
  • Atmen Sie erneut normal ein und blasen Sie noch einmal in den Mund des Patienten, um insgesamt 2 effektive Beatmungen zu erziele. Für beide Beatmungen sollen zusammen nicht mehr als 5 Sekunden aufgewendet werden. Legen Sie dann ohne Verzögerung Ihre Hände erneut auf die korrekte Stelle des Brustbeins und führen Sie weitere 30 Herzmassagen durch.
  • Fahren Sie mit Herzdruckmassagen und Beatmung im Verhältnis 30 : 2 fort.
  • Führen Sie jedes Mal höchstens 2 Beatmungsversuche durch, bevor Sie wieder die Herzdruckmassage aufnehmen. Falls mehr als ein Ersthelfer anwesend ist, sollte ein anderer Ersthelfer die Wiederbelebungsmaßnahmen nach 2 Minuten übernehmen, um eine Ermüdung zu verhindern. Stellen Sie dabei sicher, daß die Unterbrechung der Herzdruckmassage durch den Wechsel minimal bleibt. Zu diesem Zweck und um die gewünschte Anzahl von jeweils 30 Kompressionen zu erreichen, kann es für Sie hilfreich sein, laut mitzuzählen. Erfahrene Ersthelfer sollten bei einer Wiederbelebung zu zweit jeweils alles zwei Minuten die Rolle/Plätze tauschen.

Eine Wiederbelebung ohne Atemspende kann wie folgt durchgeführt werden:
  • Falls Sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, den Patienten zu beatmen, führen Sie nur die Herzdruckmassage durch.
  • Bei ausschließlicher Herzdruckmassage sollten die Kompressionen kontinuierlich mit einer Frequenz von 100 bis maximal 120/min erfolgen.

Unterbrechen Sie die Wiederbelebungsmaßnahmen nicht, bis
  • professionelle Hilfe eingetroffen ist und den Patienten übernimmt, oder
  • der Patient aufwacht, sich bewegt, die Augen öffnet und normal zu atmen beginnt; oder
  • Sie erschöpft sind.


Literatur
  • Notfallmedizin up2date; Heft 1; 6. Jahrgang; März 2011; S. 9-17
  • Lowel H, Lewis M, Hormann A. Prognostische Bedeutung der Prähospitalphase beim akuten Myokardinfarkt: Ergebnisse des Augsburger Herzinfarktregisters 1985-1988. Dtsch. Med. Wochenschr. 1991; 116: 729-733
  • Müller D, Agrawal R, Arntz HR. How suden is sudden cardiac death? Circulation 2006; 114: 1146-1150
  • Waalewijn RA, Tijssen JG, Koster RW. Bystander initiated actrions in out-of-hospital cardiopulmonary resuscitation: results from the Amsterdam Resuscitation Study (ARRESTUS). Resuscitation 2001; 50: 273-279
  • European Resuscitation Council. Guidelines for Resuscitation 2010. 2010: www.erc.edu